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Schon wieder eine Kommission!?
Wer soll sich da noch auskennen?

Die Gremien der Universität stellen für viele ein undurchschaubares Labyrinth, einen Irrgarten ohne Sinn und Zweck dar. Die Struktur scheint jedoch nur so unglaublich kompliziert zu sein. Im wahren Studierendenleben kann diese sehr schnell begriffen werden und so auch den Studienalltag erleichtern, sowie unendliche Möglichkeiten eines ehrenamtlichen Engagements mit sich bringen. Eines der Gremien ist die Lehrkommission. Eine Kommission des Senats unserer Universität. Ein eher kleines Gremium, welches jedoch Großes leisten kann und deren Arbeit mit vielen interessanten Aufgaben gefüllt ist. In dem Überblick der Gremien unserer Universität finden wir mehrere Kommissionen. Erstens sind es Kommissionen des Senats, welche beratende Funktion haben. Sie setzen sich aus Studierenden und Universitätsmitarbeiter_innen (Dozent_innen, Mitarbeiter_innen im technischen Dienst, sowie wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen), welches sich gemeinsam mit vielfältigen Aufgaben auseinandersetzen. Unsere Universität hat vier solcher Kommissionen, auch Ständige zentrale Kommissionen genannt. Diese sind die Haushaltskommission, Lehrkommission, Forschungskommission und die Kommission für Gleichstellung. Außerdem gibt es auch noch die Studienkommission, welche für die Studierenden eine sehr wichtige Bedeutung hat. Denn dieses Gremium ist das Einzige in dem die Studierenden die Mehrheit der Stimmen gegenüber den Profesor_innen haben und entscheidet in grundsätzlichen Fragen der Lehrorganisation. Jedoch hat auch diese Kommission, ähnlich wie die anderen, nur beratende Funktion. Alle hier entwickelten und abgestimmten Sachen, zum Beispiel die Studien- und Prüfungsordnungen, müssen noch durch den Fakultätsrat bestätigt werden.

Lehre und Kommission prägen das Wort Lehrkommission

Kommission kommt von dem lateinischen Wort comittere und bedeutet „veranstalten“, „anvertrauen“. Jedoch veranstaltet die Lehrkommission so gut wie gar nichts und vertraut sich auch niemanden an und niemand vertraut sich insoweit bekannt sei, der Lehrkommission an. Was macht die Kommission also? Kommission „steht allgemein für eine Gruppe von Personen mit bestimmten Qualifikationen oder Befugnissen, der ein Auftrag erteilt wird“ 1) und so ist es auch. Die Lehrkommission trifft sich mindestens zweimal im Semester in einem kleinen Raum im Welfenschloß und bearbeitet, diskutiert, stimmt verschiedenen Aufträge die ihr von außen aufgetragen wurden oder die sie sich selbst von innen gestellt hat, ab. Und diese haben natürlich mit Lehre zu tun. Was die Lehre an der Universität sein sollte und wozu sie heutzutage geworden ist, ist eine andere Frage, mit der wir uns heute nicht auseinandersetzen werden. Die Lehre bezeichnete auf jeden Fall „den selbstständigen, nicht weisungsgebundenen und in eigener Verantwortung durchgeführten Unterricht an Hochschulen“2). Jetzt aber konkret zu unserer Lehrkommission. Aufgaben der Lehrkommission sind3): Koordination in Angelegenheiten von Lehre, Studium und Weiterbildung; Vorschläge und Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre; Grundsätzliche Empfehlungen für zukünftige Lehrangebote; Vorschläge für die Verwendung von zukünftigen Studienbeiträgen; Vorschläge und Maßnahmen zur Akkreditierung von Studiengängen; Allgemeine Richtlinien für Prüfungs- und Studienordnungen.

Als konkretes Beispiel hat die Lehrkommission in diesem Jahr einen Bologna Thementag ins Leben gerufen. Hierbei entstand eine Bologna Deklaration, welche ebenfalls von der Lehrkommission verabschiedet wurde. Die Deklaration beschäftigt sich vor allem mit der Verbesserung der Studienbedingungen und Erleichterungen in dem zurzeit noch überlagerten Prüfungssystem. In den einzelnen Studienkommissionen soll dann durch Erarbeiten konkreter Vorschläge die Umsetzung der Deklaration stattfinden. Die Fakultäten sollen sich an diese Deklaration halten und so sollte den Vorschlägen der Studienkommissionen auf dem Weg durch den Fakultätsrat nichts im Wege stehen. Was steht nun genau in der Deklaration? „Die Module sollen Kompetenzorientiert ausgestaltet werden; sie müssen nicht in jedem Fall benotet werden. Das Instrument Modularisierung soll flexibler genutzt, etwa in besonderen Fällen durch Modul übergreifende Prüfungen, um Überblickswissen zu fördern. Prüfungen sollen kompetenzorientiert durchgeführt werden. Ziel ist immer die Überprüfung des vorher formulierten Lernzieles“4).

Auch der Ehrenamt stellt hier eine wichtige Rolle dar bzw. die Schaffung von Freiräumen für ehrenamtlich Tätigkeit. Dazu sollen die Mittwochsnachmittage ab 14 Uhr von Lehrveranstaltungen freigehalten werden und keine Pflichtveranstaltungen am Wochenende vorgesehen werden. Anreize und Chancen für die Übernahme ehrenamtlicher Tätigkeit sollen u.a. durch den Erlass von Studiengebühren, veränderte Beurlaubungsregelungen, die Vergabe von mehr Stipendien für ehrenamtliche Tätigkeiten ohne Kopplung an Noten geschaffen werden. So sollte es mehr Studierenden in der Zukunft möglich sein, sich in den Gremien der Verfassten Studierendenschaft einzubringen oder sich anderweitig ehrenamtlich zu engagieren. Denn mensch sollte nicht nur an sich denken, sondern sich auch für andere einsetzen. Wie Marie von Ebner-Eschenbach einst gesagt hat: „Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre bereits allen geholfen“.

Verfasste Studierendenschaft

informationen/kontraste_2010-10_schon_wieder_eine_kommission.txt · Zuletzt geändert: 2010/09/21 15:04 von hedwig